Maria Mundry
Die schwarze Kuh

© Maria Mundry

Das Schöne an der Landwirtschaft ist, dass man sieht, was man macht. Man sieht die Kreisläufe, ob es die Pflanze auf dem Acker ist oder ein Tier, das du begleitest. Man sieht Entwicklungen und trifft relevante Entscheidungen. Das alles fasziniert mich.

An den Wochenenden war Maria Mundry in ihrer Kindheit immer auf dem Hof ihres Onkels. „Meine Eltern haben mich am Sonntag wieder dreckig aus dem Stall rausgezogen. Damit wusste ich, was ich werden will“, erzählt sie.
Heute hat sie einen Hof im Havelland und ist hauptberuflich Geschäftsführerin des Kreisbauernverband Ostprignitz-Ruppin. Sie setzt sich für die Belange der Bauern in der Region ein und möchte das Image der Landwirtschaft verbessern: „Jahrelang wurde die Öffentlichkeitsarbeit vergessen. Vieles wurde einfach in Gut und Böse, Schwarz und Weiß, eingeteilt. Da ist es wichtig bei der Einordnung zu helfen.“ In Brandenburg werden acht von 12 Kreisverbänden von Frauen geleitet, das ist aber nicht überall so. Der Deutsche Bauernverband möchte gerne mehr Frauen für Ämter begeistern, da sie oft noch unterrepräsentiert sind.”

„Ich wollte alles machen und alles lernen.“

Auf ihrem Hof züchtet sie Angus Rinder, die sie direkt vermarktet, hauptsächlich in die unmittelbare Umgebung oder nach Berlin. Bevor sie ihren Traum verwirklichte und ins Havelland zog, hat Maria Mundry zunächst eine Ausbildung in Niedersachen absolviert: „Ich habe mich damals bewusst entschieden, nach Niedersachsen in die Lehre zu gehen, weil es hier in Brandenburg in den großen Betrieben immer noch das klassische Rollenbild gab. Die Frauen kamen in den Stall und die Männer auf den Traktor. Ich wollte aber alles machen und alles lernen. Deshalb war ich auch erstmal in kleineren Betrieben, wo man dann auch wirklich alles mitmachen musste, egal ob Stall oder Traktor.“ Nach anschließender Fachschule hat sie Agrarwissenschaften in Hannover studiert und einige Jahre in der landwirtschaftlichen Forschung in Berlin gearbeitet, bevor sie ins Havelland kam.

Ein ungewöhnlicher Berufswunsch für eine Schülerin aus der Großstadt

Auf ihrem Weg konnte sie stets auf die Unterstützung von Familie und Freunden bauen, gerade weil ihr Berufswunsch als Schülerin in einer Großstadt eher ungewöhnlich war. Bei der eigenen Betriebsgründung hat ihr auch die Unterstützung von anderen Landwirt:innen aus der Umgebung sehr geholfen.
Bei all dem was sie bisher gemacht hat, war es ihr immer wichtig, dass es ihr Spaß macht: „Ich denke, dass sollte bei jedem so sein, die Arbeit, die man macht, sollte einem auch Spaß machen.“