Jane Goodall
Forschen im Urwald statt im Labor

©Michael Neugebauer - www.janegoodall.de

Jane Goodall widmete ihr Leben den Primaten und gehörte zu den ersten Umweltaktivistinnen, die sich für den Einklang von Mensch, Tier und Natur einsetzte. Das von ihr gegründete Institut spielt heute eine wichtige Rolle im Tier- und Umweltschutz.

In den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts wagte Jane Goodall etwas, was zuvor noch nie jemand gewagt hatte. In den Urwäldern von Tansania näherte sie sich Schimpansen in freier Wildbahn an, bis sie ihr Vertrauen gewann und sie als Teil ihrer Gruppe akzeptierten.
Die dabei erlangten Beobachtungen führten zu bahnbrechenden Forschungsergebnissen über Schimpansen. Zum Beispiel fand sie heraus, dass Schimpansen keine, wie angenommen, Vegetarier waren, sondern durchaus Fleisch aßen. Sie beobachtete sogar, dass die Affen sich in Gruppen organisieren, um ihre Opfer, zum Beispiel andere Affenarten, zu jagen und zu erlegen.

Goodall revolutionierte Annahmen zur Entwicklung der Menschheit

Bis zu dem Zeitpunkt hielt sich der Mensch als Krone der Schöpfung. Jane Goodall widerlegte dies, als sie herausfand, dass auch Schimpansen sich Werkzeug zu Nutzen machten, so benutzen sie Stöcker und Steine, um an Nahrung zu gelangen.
Damit revolutionierte die Verhaltensforscherin das bis dahin gültige Bild und die Annahmen zur Entwicklung der Menschheit.
Aus diesem Grund bekam sie die Möglichkeit am renommierten Cambridge University in England zu promovieren, obwohl sie zuvor nicht studiert hatte.

Sie verschrieb sich voll und ganz der Erforschung der Schimpansen und die Zeitschrift National Geographic dokumentierte ihre Arbeit und machte sie einem Millionenpublikum zugänglich.
Die neue Bekanntheit nutze die Forscherin später, um auf von ihr aufgedeckte Missstände aufmerksam zu machen. So gründete sie das nach ihr benannte Institut, das sich zum Ziel setzte, die zunehmend von Ausrottung gefährdeten Schimpansen zu schützen und Menschen im Umweltschutz zu bilden.

Aktivistin für den Arten- und Umweltschutz

In den 1980er-Jahren verschrieb sich Jane Goodall immer mehr dem Arten- und Umweltschutz und initiierte mit ihrem Institut viele in Afrika aktive Projekte.
Als Aktivistin wurde sie 2002 zur UN-Friedenbotschafterin ernannte und bekam zahlreiche Ehrendoktortitel, Auszeichnungen und Preise.
In vielen Büchern schreibt sie über Schimpansen und Dokumentarfilme erzählen von ihrer Arbeit mit unseren nächsten Verwandten und ihrem Leben.

Jane Goodall hat uns gezeigt, dass man viel erreichen und Einfluss haben kann, wenn man für etwas brennt. Forschung kann auch jenseits von Zahlen, grauer Theorie und Laboren betrieben werden.

//DATEN
Geboren 1934 in England

//POSITION
Verhaltensforscherin, Tier- und Umweltaktivistin, Friedensbotschafterin

//ERRUNGENSCHAFTEN
Jane Goodall ist durch ihren Forschungs- und Tatendrang zu einer weltweit bekannten Persönlichkeit geworden. Dabei hat sie ohne studiert zu haben, ihren Doktortitel in Verhaltensforschung erreicht und eine global agierende und einflussreiche Organisation gegründet und aufgebaut.

//WEITERFÜHRENDE LINKS
↗ Jane Goodall Institut – Deutschland e.V.

Jane. Dokumentarfilm von Brett Morgen