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Geschlechterungleichheiten: Gender Pay Gap

Der Gender Pay Gap ist eine statistische Kennzahl zur Messung der geschlechterspezifischen Unterschiede beim Verdienst. Dabei gibt es zwei verschiedene Arten der Berechnung:
Mit dem unbereinigten Gender Pay Gap berechnet man die absoluten Unterschiede beim Bruttostundenverdienst, ohne unterschiedliche Berufe, Tätigkeiten und Bildungsabschlüsse zu berücksichtigen. Nach dieser ↗ Berechnung verdienten Frauen in Deutschland im Jahr 2020 rund 18 Prozent weniger pro Stunde als Männer.

Anders sieht es bei dem ↗ bereinigten Gender Pay Gap aus, bei dem strukturelle Aspekte wie Beruf, Beschäftigungsumfang, Bildungsstand, Berufserfahrung und der geringere Anteil von Frauen in besser bezahlten Führungspositionen berücksichtigt werden. ↗ Der bereinigte Wert lag 2020 bei 5,5 Prozent pro Bruttoverdienststunde.

Über die Art der ↗Berechnung der Lohnlücke wird kontrovers diskutiert . Eine Studie der Bertelsmann Stiftung legte 2020 außerdem dar, dass der Gender Pay Gap das Ausmaß der Ungleichheit nur unzureichend abbilden kann und betrachtete daher den „Gender Lifetime Earnings Gap“. Die ↗Untersuchung zeigt auf, dass Frauen im Vergleich zu Männern im gesamten Erwerbsleben nur etwa halb so viel verdienen.
Auch wenn der bereinigte Wert deutlich niedriger ausfällt als der unbereinigte, sind der Unterschied und die Nachteile für die finanzielle Absicherung von Frauen erheblich.

Gründe für Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen

Als Ursachen für die ↗Lohnlücke können laut Bundeszentrale für politische Bildung vor allem drei Ursachenkomplexe benannt werden :

  • Segregation des Arbeitsmarkts
  • Berufswahl und das Karriereverhalten
  • Erwerbsunterbrechung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Ein Aspekt ist dabei die von Geschlechterstereotypen geprägte Berufswahl von Mädchen und Jungen und das weiterhin bestehende gesellschaftliche Vorurteil, dass vor allem Frauen für die unbezahlte Care-Arbeit in der Familie verantwortlich sind.

Was wirkt der Lohnlücke entgegen?

Da die Ursachen vielfältig sind, müssen verschiedene Maßnahmen dazu beitragen, die strukturell bedingten Gehaltsunterschiede von Frauen und Männern in Zukunft zu schließen und damit die Gerechtigkeit in der Arbeitswelt stärken. Von Entwicklungen in Wirtschaft und Unternehmen, über staatlichen Maßnahmen zur Förderung gleichberechtigter Bedingungen in Arbeit und Familie braucht es auch Veränderung in den Köpfen, um Vorurteile und alte Normalitäten in Frage zu stellen.

Projekte wie Wir stärken Mädchen und weitere Initiativen wollen dazu beitragen, Geschlechterstereotype in der Berufswahl bewusst zu machen, Genderkompetenz in Schulen zu stärken und Mädchen dazu ermutigen, dass sie auch in männerdominierten und häufig besser bezahlten Berufen erfolgreich sein können.